Beiträge von kurvenfahrer

    Wie auch schon bei den RD-Fahrzeugen finde ich es sehr belustigend, dass man auf einmal flache Balken verbauen kann. Früher, als solche Produkte von der ehemalige Firma Pintsch nicht geliefert werden konnten, wurden flache Balken regelmäßig runtergemacht und auf "made in Germany" verwiesen. Und jetzt verbaut man umgelabelte Fernosttechnik. Doll.

    1. Wie sieht es mit Krankenhaus-internen Verlegungen aus die über öffentliche Straßen außerhalb des eigentlichen Krankenhauses stattfinden? Beispiel: Neurologie des Krankenhaux X in Stadtteil A, Neurochirurgie des Krankenhaus X im Stadtteil B. Müssen solche Transporte in Zukunft immer noch über den öffentlichen RD abgewickelt werden?

    KH-intern und öffentliche Straßen schließen sich nicht aus. Der Patient bleib in Verantwortung des KH und damit "intern".


    2. Wie soll die Besatzung der V-RTW qualifiziert sein?

    Ich würde mal tippen, wie ein RTW - er heißt ja noch RTW.


    3. Soll es neben den VEFs dann noch V-RTW, ITW und ITH geben? Welcher Neurologe oder Pädiater soll denn da noch durchsteigen welches Fahrzeug nun benötigt wird? Oder wird mittlerweile (endlich) ein Arzt auf der Leitstelle eingesetzt, der alle eingehenden Verlegungen gegenprüft?

    Gute Frage ... Das Hauptproblem der Disposition wird wohl auf Dauer bestehen bleiben.
    Aber sind die VEF nicht schon wieder ausgestorben?


    4. Wie differenziert sich ein V-RTW platz- und ausstattungstechnisch von einem RTW oder einem ITW?

    Meine Vermutung ist, dass der sich nicht von einem RTW unterscheiden wird. Ggf. die ein oder andere Normschiene mehr. Ich versteh das so, dass es einfach ein zusätzlicher RTW ist, der in erster Linie für Verlegungen vorgesehen ist.


    Als leidenschaftlicher Intensiv-Verleger stelle ich hier mal eine steile These auf: Die klassischen DIN-ITW werden mittelfristig aus dem deutschen Regel-RD verschwinden Denn die Transporte die wirklich zeitkritisch und mit laufenden extrakorporalen Ersatzverfahren gemacht werden, werden geflogen. Der ganze Rest kann dann auch locker mit V-RTWs gemacht werden.

    Die These sehe ich als etwas zu steil an. 3 Punkte dazu:

    • Der Trend geht ja zu immer mehr Technik, die es erlaubt immer kritischere Patienten zu verlegen - ob das jetzt gut oder weniger gut ist, lassen wir mal außen vor. Zudem werden die Pat. immer schwerer. Dadurch schwillt die Anzahl der ITW über 7,5t an - siehe Bayern, Bundeswehr, Köln, Hamburg, Berlin, Fulda, Düsseldorf, Kassel, etc. Daraus ergibt sich auch der nächste Punkt.
    • Der gemeine deutsche ITH ist ja meist schon mit der 5. Spritzenpumpe überfordert. Intensivpflichte Patienten, die viel Therapie und maschinelle Ausstattung fordern, sehe ich als eine zu großes Herausforderung für einen Lufttransport an. Sei es angefangen bei der Unterbringung der Geräte im Hubschrauber, einen ggf. notwendigen Bodentransport von/zur Klinik und der nicht vorhandenen Kompatibilität zwischen Hubi-Trage und RD-Fahrzeug bzw. der mitzuführenden Technik, dem Gewicht des Patienten, dem auftretenden pflegerischen Aufwand oder Notmaßnahmen. Solange nicht H160 oder AW169 am deutschen Himmel erscheinen, wird das sicherlich auch so bleiben und diese Patienten mit den unter Punkt 1 genannten Fahrzeugen verlegt werden .
    • Die Anzahl an Verlegungen wird aufgrund der Spezialisierung der Kliniken steigen, sicherlich auch die der Intensivverlegungen. Das nur mit den, jetzt für Bayern erfundenen V-RTW, abzudecken, sehe ich nicht. Und um in NRW zu bleiben: die Kliniken sind so nah aufeinander, dass sicherlich in der Mehrzahl ein Flug keinen Sinn macht und das man dort bei unkritischen Pat. sicherlich den etwas zeitaufwendigeren aber weniger Ressourcenfressenden Bodentransport mittels ITW wählt und das knappe Gut ITH/RTH geschont wird.

    Ich glaube das tun wir. :-(Oder wir haben andere mentale Modelle.


    Gerade im Krankentransport in grossen Städten (ER, N, M, R, Wü, etc) existiert ein relevant grosser Anteil der KTW nur weil sie Fahrten fahren die auf die Kliniken als Kostenträger abgerechnet werden (bzw ein Grossteil des Einsatzaufkommens Fahrten sind die auf die KH abgerechnet werden).
    Wenn diese Fahrten nicht mehr bei der ILS auflaufen sondern bei §KTP-Leitstelle-des-KH dann sind die KTW nicht mehr ausgelastet und die Vorhaltung wird kleiner (gemacht) werden mangels Bedarf in der örV. Und diese örV-KTW/RTW stehen dann natürlich auch nicht mehr für Nicht-auf-KH-abgerechnete-Patienten zur Verfügung.


    Wir sprachen ja von RTW und der Pulsoxy-Verlegung. Ein KTW ist für mich ein Fahrzeug für Sekundärtransporte und kein Behelfs-RTW. Wenn der Bedarf nicht mehr da ist, gehören KTW reduziert. KTWs sind aber nicht dafür da, eine mangelhafte RTW-Dichte zu kompensieren. Und dieser vielerorts auftretende Mangel an RTW bzw. die dem zu Grunde liegenden Probleme im deutschen RD sind aus meiner Sicht strukturell:


    1. Uneinheitliche und teils viel zu großzügige Hilfsfristen
    2. Veraltete Bedarfspläne
    3. Mangelhafte Disponierung
    4. Uneinheitliche Entgelte


    Macht man sich in diesen vier Punkten mal ehrlich, würden die von dir genannten Probleme verschwinden. Und zum Ehrlichmachen gehört auch, was ich bereits oben geschrieben habe: Der öffentliche RD ist nicht in der Lage, die Bedürfnisse eines großen Klinikbetriebs markt- und dienstleistungsgerecht zu bedienen. Und nichts anderes ist KTP, eine Dienstleistung am Patienten und Kunden. Dieser will/soll medizinische adäquat, komfortabel und schnellstmöglich von A nach B gebracht werden - die Omi, die zur Fachklinik muss, braucht kein Gott-in-Weiß-Gehabe sondern ein paar warme Worte, ein offenes Auge für die Pat.-Situation und flinkes Personal. Drum sollen sich Kliniken, etc. eigenverantwortlich unter Wahrung der Gesetzeslage um ihre Transporte kümmern.


    Und jetzt tuen wir bitte nicht so, dass in ganz Deutschland nur Liegewagen mit O2 unterwegs sind. In der absoluten Mehrzahl sind die RD-Fahrzeuge so ausgestattet, wie es in der Norm vorgesehen ist - das gilt für Unternehmen wie für HiOrgs. Und selbst in Berlin tut sich ja einiges, aber das kann Timbo sicherlich besser beschreiben.

    Joa, im Gegenzug aber Typen im Internet auch nicht...
    Und du erwähnst genau die wichtigen Punkte: Verfügbarkeit für die ILS im Ausnahmefall. Und genau das kann zum Problem werden, wenn auf der Autobahn Patienten rumliegen aber der Klinik RTW weiter Pulsoxy-Rückverlegungen ausm Aufwachraum fährt (um mal ein überplastisches Extrembeispiel zu nennen... Der Punkt wird glaube ich klar, oder?)
    Und ich gehe eher weniger von apparativen als von personellen Abweichungen aus. Als Qualifikation und Bezahlung.
    Und Werks-RD/FW werden aus einer völlig anderen Motivation heraus errichtet und sind damit kein Argumentationspunkt.


    Aber zurück zum Thema: Die Schaffung dieser Möglichkeit wird sicher spannend in der Realität. Gerade die Uniklinik München, Würzburg, Erlangen oder das Klinikum Nürnberg werden da vmtl davon Gebrauch machen (mehrere Standorte, bisher RD-Pflichtig, viele Patienten).

    Den Witz hast du wohl nicht so verstanden. Egal ;)


    Ne, der Punkt wird nicht klar. Ich glaube, dass du meinst, das die "Klinikfahrzeuge" zu Lasten des Bedarfsplan gehen. Und das ist eben nicht so. Du hast mehr Fahrzeuge! Der Bedarfsplan wird ja nicht kleiner geschrieben, nur weil ein paar nicht-öffentliche Rettungsmittel über ein Klinikgelände hoppeln.
    Dann fährt eben kein öffentlicher RTW mehr die Pulsoxy-Verlegung klinikintern sondern wartet brav auf die Pat., die sich auf der Autobahn zum Nickerchen betten. Und wenns dann mal richtig knallt, hast du immer noch die Rückgriffmöglichkeit auf die nicht-öffentlichen Rettungsmittel.


    Aber korrigier mich bitte, wenn wir aneinander vorbeireden.

    Nicht unbedingt leider...
    Für das Pilotprojekt in Straubing hatten se ne ganz absurde Lösung mit Zwischensteck-Boxen am LP15 für den Tele-NA.


    Mit nem aktuellen C3 oder C3Touch plus Smartphone mit der Corpuls Mission Software wäre der Tele-NA natürlich um Zehnerpotenzen einfacher zu realisieren als mit dem Aufwand der beim Pilotprojekt betrieben wurde.


    Eben, es ist gebastelt. Der LP15 kann keine Livedaten.


    Nur weil das andere Bundesländer machen ist das weder "heute" also modern noch zwingend sinnvoll...
    Das von dir Genannte ist natürlich für die Klinik unbestreitbarer Vorteil. Was aber hald noch lange nicht heisst dass sowas nicht auch mal Nachteile hat. Was nicht durch die ILS geführte KTW für einsatztaktische Nachteile haben sieht man an vielen Orten. Ganz davon ab dass die KLiniken da bei Qualifikation und Gehalt nach unten abweichen können...


    Stimmt, ich vergass. Das, was modern, richtig und beliebt ist, entscheidet ja der Prinz im Franz-Josef-Strauß-Ring 1 in München ... :D


    Spaß beiseite. Wenn ich einen korrekten Bedarfsplan habe, sind "externe" Rettungsmittel natürlich herzlich gern genommen, aber im Grunde uninteressant. Solche Regelungen sind aus meiner Sicht einzig dafür da, den öffentlichen RD für seinen eigentlichen Zweck zu nutzen und eben die ILS rauszunehmen. Eine RD-Leitstelle bekommt es halt nicht hin, sich auf einen Klinikablauf einzustellen und diesen zu optimieren - zeitlich und finanziell. Die dafür notwenigen Rettungsmittel sollen exklusiv für das Haus vorgehalten werden und für nichts anderes. Und das klappt auch. In meiner Heimatstadt gibt es 3 Unternehmer und 4 HiOrgs, die außerhalb der BOS den KTP stemmen. Das funktioniert problemlos, auch wenn Großschadenslagen anklopfen. Einer von den Unternehmern fährt seit nun mehr über 15 Jahren exklusiv für das UK mit 4 KTW, 3 RTW und 2 - 3 BTW eben weil es mit dem öffentlichen RD in der Vergangenheit nie funktionierte. Das selbe gilt für Werkrettungsdienste, etc.
    Und wenn die Kliniken, Werk-RDs, etc. meinen, vom Standard nach unten abzuweichen, ist das deren Problem. Die müssen den Patienten die notwendige Sicherheit garantieren. Aber da mache ich mir wenig Sorgen, da es in Deutschland viel zu viel Angst vor Klagen gibt - siehe STK bei den Medizinprodukten. Macht hier in D jeder, im europäischen oder außereuropäischen Ausland fast keiner.

    Spannend in der BayRDG-Novelle (hier nachzulesen) ist auch die feste Einführung von V-RTW, RS als Mindestquali Fahrer RTW und die Möglichkeiten dass Kliniken auf ihrem Gelände/zwischen ihren Gebäuden mit eigenem Fahrzeugen und Personal die Transporte selbst durchführen dürfen ausserhalb des BayRDG.


    Willkommen im Heute, Bayern.
    Große Kliniken außerhalb Bayerns, die eine gewisse "Zersiedelung" aufweisen (UK Bonn UK Köln, Charité, etc.) handhaben das seit Jahrzehnten schon so. Die dortigen Transporte werden außerhalb des öffentlichen RD durchgeführt, bedürfen keinerlei Genehmigungen, blockieren damit auch keine Ressourcen des öffentlichen RD und die Pat. kommen zügig von A nach B.

    Na ja ... ob nun 210 oder 190 PS machen sicherlich keinen weltbewegenden Unterschied. Und eine 3-Liter-Maschine gab es zumindest auch im Sprinter, ob sie aktuell noch angeboten wird, weiß ich nicht. Vorteil der Iveco-Maschine dürfte aber der Punkt sein, dass es sich nicht um einen 6-Zylinder sondern um einen 4-Zylinder handelt, so dass der Hubraum je Zylinder deutlich größer als der beim Sprinter ist. Nachteil vom Iveco dürfte hingegen das deutlich schlechtere Werkstattnetz sein.

    Sprinter x19 -> 440Nm bei 1.400 - 2.400 U/Min
    Daily xxx210 -> 470Nm bei 1.300 - 3.000 U/Min


    Fahrtechnisch ist das ne halbe Welt.
    Es ist ein Unterschied, ob man einen reinen Nutzfahrzeugmotor unter der Haube hat oder einen Motor, der mit ein paar Anpassungen aus dem PKW-Sektor kommt. Das betrifft nicht nur das Fahrerlebnis, sondern auch die Standhaftigkeit und den Wartungsaufwand. Was hilft einem da, das "gute" Servicenetz, wenn die Kiste häufiger steht? Die Sprinter gelten - egal ob 4Zylinder oder 6Zylinder im RD nicht als Dauerläufer. Und auch nicht jeder Mercedes-Händler ist gut.

    Das gute, alte Intubationsschränkchen … Aua, mein Schienbein/Knie/Oberschenkel.
    Die deutschen Koffer sind aufgrund deren Maße viel zu groß dafür. Deine Armlänge ist halt limitiert. Ich habe noch niemanden gesehen, der auf dem rechten Betreuersitz sitzend die linke Seitenwand erreichen kann. Man muss den ergonomischen Freiraum, der im Typ C beschrieben wird, als Aktionsradius für den RDler her nehmen. Grundsätzlich ist - aus meiner Sicht! - aber das richtig, was Tobias geschrieben hat: Ein Typ C ist eine "Intensive Care Unit" und keine Emergency Ambulance (Typ B).


    Die zwei Kisten sind für mich derzeit Benchmark -> https://www.tamlans.fi/emergency/product/interior/ + http://www.nilsson.se/en/nilss…o-gallery-xc90-ambulance/

    Ich habe lange Zeit Ausschreibungen auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene bearbeitet. Ich weiß wie da der Hase hoppelt.
    Ich würde mir nichts mehr wünschen, als wenn die (gesamte) öffentliche Hand das Werkzeug Ausschreibung endlich so umfänglich nutzten würde, wie man es kann. Sollte das BBK dies tun, freue ich mich.
    Aber vielleicht impliziert deine Aussage ja auch, dass du ggf. auf einer entsprechenden Stelle sitzt und genau das passiert ;)

    Sind wir glücklich? Ich sag mal so. Ja es gibt Möglichkeiten den bei der Polizei unbedingt erforderlichen ASiG anders zu verbauen und damit die Bauhöhe des Balken zu bestimmen. Aber das möchte man (noch) nicht. So erfreuen wir uns schon daran, dass man endlich auch mal was im Balken verbaut. So das RWS, Alley Lights und Powerblitz. Unsere A6 kamen da ja echt nackig an. Mittlerweile haben wir das RWS und zumindest der ZVAD Weissenfels auch Alley Lights und Powerblitz auf den Audi A6. Die haben eben noch mehr genervt...


    Da gibts so ne Firma, die bietet einen ASiG wie ne wie ne Schrankwand - doppelt so hoch wie bei Hänsch & Co. - denn kannste aber klappen. Und blaues Licht kommt aus dem Ding auch noch mehr raus ;)

    Erstens das und zweitens sind die Ausschreibungen schon sehr detailgenau verfasst.
    Und mal ehrlich: Welcher ELW-Hersteller kann solche Zahlen eines solchen Systems liefern und ist dann aber gleichzeitig qualitativ minderwertig?


    Du ahnst gar nicht, was sich manche Firmen alles zutrauen, obwohl sie sowas nie gemacht haben ...

    Sag mal, seid ihr mit den Funzeln auf dem Dach eigentlich glücklich? Bis auf nen hohen Luftwiderstand und damit einer Förderung der hiesigen Tankstellen kann ich mir da keinen Vorteil ausmahlen.

    Nein, das nicht.


    Fragt sich aber, was man mit nem LP15 hinsichtlich ergonomischen Arbeiten groß anstellen kann ... Und generll stellt sich zumindest mir die Frage, ob man mit dem klassische deutsche Layout, wie es ja auch die Bayern haben, ein ergonomisches Arbeiten im Sitzen realisieren kann. Das taugt ja eher für einen Kriegstanz um den Patienten als ihm im Sitzen zu versorgen. Da kann man sich eher Tipps aus allen anderen Ländern rund um D holen - angefangen in Skandinavien über GB und Italien bis hin zu Polen oder gar den USA.

    Ich hab was läuten gehört, dass bei WAS ein paar "andere" Bayern-RTW nach Bayern ausgeliefert wurden. Mit internen Änderungen, ja. Aber - zumindest mich - interessiert auch was in den BOS-Kisten steckt und nicht nur ob der heilige Stern oder der vergötterte Greif drauf ist oder nicht.