Beiträge von nickless

    Hallo zusammen!


    Der Iveco Daily ist im deutschen Rettungsdienst ein absoluter Exot, aktuell gibt es in der Galerie neben ein paar Schwerlast-RTW [1], [2] nur RTW aus Ludwigsburg (aktuelles Beispiel).


    Auf dem Papier scheint der Daily alle Anforderungen an einen RTW (~5t zulässiges Gesamtgewicht, 8-Gang-Wandlerautomatik verfügbar, Luftfederung Hinterachse verfügbar) zu erfüllen, trotzdem setzt er sich in Ausschreibungen praktisch nie gegen den Sprinter durch. Woran liegt das? Hat Iveco kein Interesse am Rettungsdienstmarkt und gibt keine Rabatte? Blockieren die Aufbauhersteller? Nutzen die Auftraggeber Ausschreibungstricks, um sich den Sprinter zu sichern?

    Interessante Wahl, hatte ich auch überhaupt nicht auf dem Schirm.


    Die technischen Daten sind schonmal vielversprechend, mit einer Beschleunigung von 0-100 km/h in 7,6 Sekunden, der 8-Gang-Wandlerautomatik und 600 kg Zuladung muss die Konkurrenz erstmal mithalten.

    Klick dich doch mal durch die Konfiguratoren durch - ein T6 4Motion mit 150kW und DSG landet genau wie ein Vito 119 4x4 bei knapp 50.000€ Listenpreis, je nach Ausstattungsdetails.


    Wenn eines der beiden Fahrzeuge dann in der spezifizierten Konfiguration wenige tausend Euro Listenpreis teurer sein sollte, ist das kein wirklich relevanter Betrag, weil letztlich der Hersteller über seine Rabatte bestimmt, ob das Angebot erfolgreich wird oder nicht.

    Ich verstehe in dieser Diskussion heute nicht, inwiefern das Umladen von Ausrüstung vom NEF in den RTW und die Sicherung dort ein Problem sein soll. Transportiert wird schließlich so oder so im RTW, der Notarzt begleitet den Transport und hat alle seiner Einschätzung nach benötigte Ausrüstung vom NEF mit in den RTW genommen.


    Ob das NEF jetzt dem RTW folgt oder wegen des platten Reifens an der Einsatzstelle stehenbleibt, ändert doch an der Situation nichts!

    Ich vermute, dass die Hersteller wie Rosenbauer und Magirus einen Stapel 15.290-Typenschilder rumliegen haben und beim Ausbau des Fahrgestells aus einem von MAN gelieferten 13.290 mit 15t zulässigem Gesamtgewicht eben ein 15.290 wird. Genaueres dürfte nur ein Blick in die Fahrzeugpapiere und die Lieferunterlagen von MAN ergeben.

    Nein, sobald eine Pflichtfeuerwehr ausgerufen wird ist die Freiwillige Feuerwehr hinfällig und somit auch alle "Dienstverhältnisse" nichtig.

    Das ist falsch, im Gesetz steht explizit: "Ist eine freiwillige Feuerwehr vorhanden, kann diese durch eine Pflichtfeuerwehr verstärkt werden.". Das hat Steffen Kauschke so auch schon auf der letzten Seite gepostet.


    Und ja, die Ortswehrführung wird von den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr gewählt. Zu der Organisation einer Pflichtfeuerwehr schweigt sich das Gesetz aus. Interessant zur Wehrführung sind noch die folgenden Passagen §11 BrSchG S-H:


    Zitat


    (3) Die Wahl der Gemeinde- und Ortswehrführung sowie der Stellvertretung bedarf der Zustimmung des Trägers der Feuerwehr [also der Gemeinde]. Die Aufsichtsbehörde [der Landrat] ist über die Zustimmung zu informieren.
    (6) Ist die Wehrführung oder ihre Stellvertretung den persönlichen oder den fachlichen Anforderungen, die ihr Amt an sie stellt, nicht gewachsen, so kann sie auf Vorschlag des Trägers der Feuerwehr von der Aufsichtsbehörde vorzeitig abberufen werden.

    Wo wir bei den Nachteilen sind:


    Zweiräder haben ein erhöhtes Risiko folgenschwerer Unfälle, weil sie wegen ihrer kleinen Silhouette leicht übersehen werden, weil sie schlechter Ausweichen können und in der passiven Sicherheit PKW weit unterlegen sind. Wenn man das im Rettungsdienst mit dem erhöhten Unfallrisiko bei Sonder- und Wegerechtsfahrt kombiniert, dann wird es für den Notarzt wirklich gefährlich.

    So... ich hab ja nun am Freitag in dem schmucken Teil drinsitzen dürfen. Erstes Fazit: von außen definitiv eine Granate, auf den Motor bin ich gespannt. Erste Ernüchterung beim Blick auf die Fahrzeugabmessungen: 3,28 Meter. Damit ist klar: die Wehren, die die n.B.'s haben, werden wieder eine "Sonderlocke" bekommen müssen, mit Ausnahme solcher Wehren wie Wohldorf oder Kirchwerder-Süd. Dann die Mannschaftskabine: für die Fahrzeughöhe kommt mir die Mannschaftskabine aber sehr niedrig vor. Wird wohl aber dem Euro6-Fahrgestell geschuldet sein.

    Soweit ich weiß hat Scania bei den Euro6-Fahrgestellen die Kabinen nicht geändert. Die Innenhöhe der CP31 Crew Cab ist mit 1500 mm angegeben, als Vergleich hat z.B. die Doppelkabine von MAN schon 1620 mm Innenhöhe vor der Rückbank. Die Aufbauhersteller geben leider keine Maße ihrer eigenen Kabinen an, die Magirus-eigene Lösung z.B. der aktuellen HLF wäre als weiterer Vergleich auch interessant.
    Bei der Gesamthöhe des Fahrzeugs darf man nicht vergessen, dass die zweiachsigen Scania-Fahrgestelle für technisch zulässige Gesamtmassen bis 22.000 kg gebaut sind. Achsen und Rahmen sind da etwas solider und auch höher gebaut als bei einem 15t-Fahrgestell.

    Im Leergewicht des Fahrzeugs ist ein Fahrer mit 75kg schon eingerechnet. Drei Insassen á 90 kg braucht man in dieser Rechnung also nur mit 195 kg zu berechnen.


    Dabei fällt mir ein, gab es woanders nicht auch schon die Forderung, für vier Personen im NEF Sitzplätze und Gewichtsreserve vorzusehen?

    Zum Thema Feuerwehrkran und 40-Tonner fällt mir dieser Unfall in Brandenburg (Sattelauflieger mit See-Kühlcontainer auf BMW mit fünf Insassen) ein.
    Dort war einer der Berliner FWK im Einsatz, konnte aber den auf der Seite liegenden Auflieger mit Container von der Straße aus nicht anheben. Es wurde dann zusätzlich noch ein privater Kran alarmiert und der einzige überlebende Autoinsasse konnte erst nach Stunden befreit werden.

    Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat den Untersuchungsbericht zum Absturz der D-HDRJ veröffentlicht, der Bericht kann hier abgerufen werden:


    http://www.bfu-web.de/DE/Publi…df?__blob=publicationFile


    Ein Auszug aus dem Bericht:


    "NEF-technisch"kann man sich auch überlegen, für was ein NEF eigentlich da ist. Es soll primär einen Notarzt zum Einsatzort bringen und sollte mit seiner Ausrüstung sinnvolle Erstmassnahmen durchführen können, wenn der RTW noch nicht da ist. Stellt sich die Frage, ob dafür ein NEF so oder besser wie ein RTW ausgestattet sein muss (und entspr. viel Zeug dabei hat), oder ob man "das Zeug" nicht auf jedem RTW verlastet und dafür die NEF abspeckt und damit auch kleinere und leichtere (und billigere) NEF-Fahrgestelle ermöglicht. Hier in München ist es üblich, dass eine nachfolgende NEF-Besatzung nur noch mit dem recht umfangreichem Ampullarium den Einsatzort betritt. Früher war noch das EKG dabei, weil die RTW standardmässig Keines mit "Zwölfer-Ableitung" hatten. Zumindest ich habe auch noch nie erlebt, dass das NEF schneller als der RTW war UND es zudem seine komplette Ausstattung (Atmung/Kreislaufrucksack, Beatmungsgerät etc.) schon am Laufen hatte, wenn ich mit dem RTW gekommen bin. Eine bessere Ausstattung aller(!) RTW ist zwar auf den ersten Blick teurer, aber damit könnte eben auch jeder RTW selbst dann optimal arbeiten, wenn noch kein NEF da ist bzw. ein zufällig anwesender Arzt/Notarzt vor Ort ist. Das hatten wir vor Jahrzehnten schon, als wir noch "rein privat" waren, Jeder unserer NA konnte in unsere RTW steigen und hatte - ausser BTM - Alles, was er brauchte.... Diuese Taktik wird auch bis heute in vielen RD-Bereichen angewendet. RTW mit "grossem Ampullarium", teilw. sogar BTM (ind der BTM-Box, die es in jedem Bayern-RTW gibt)

    Natürlich gibt es viele Einsätze, bei denen der Notarzt nur mit dem Ampullarium unterm Arm zum vorversorgten Patienten geht. Ich fände es aber sehr gefährlich, die Rolle des NEF nur auf diesen Fall zuzuschneiden.
    Erstens haben die NEF heute Zusatzausrüstung an Bord, die nicht sinnvoll auf jedem Rettungswagen mitgeführt werden kann (z.B. Reanimationshilfe LUCAS, Brandverletztenset, Material für Koniotomie, ZVK, IO-Zugang usw.).
    Zweitens ist die Situation, dass man nur einen Patienten hat und den mit Personal und Material von RTW und NEF behandelt, der Idealfall, der gerade auf dem Land nicht immer zutrifft. Sobald mehr als nur ein Patient vorhanden ist, ist man auf die komplette Ausrüstung des NEF angewiesen, wenn die Besatzungen der Fahrzeuge sich aufteilen.



    ... bei den ganzen Überlegungen hier fehlen mir so'n bisschen die Wünsche die Fahrassistenz oder passive Sicherheit betreffen (nicht ganz unwichtig im unfallgefährdeten Blaulichtgewerbe)


    und bei "Sicherheit" kommt mir "Schwedenstahl" in den Sinn.


    Wie wärs mit dem Volvo XC 90 ... ausser dass das politisch wahrscheinlich ein No-Go ist ...

    Der XC 90 hat die Maße eines Vito oder T6 mit kurzem Radstand, aber nur etwa 550 kg Zuladung (Mindestens 2082 kg Leergewicht und nur 2630 kg zulässiges Gesamtgewicht)!
    Zum Vergleich, der etwa gleich große Land Rover Discovery hat 750 kg Zuladung, bei einem ZGG von 3.300 kg.

    Natürlich stehen in Bayern mehr NEF als in Schleswig-Holstein, aber was soll das aussagen? Interessant bei Verhandlungen mit den Krankenkassen sind doch die Kosten pro Versichertem, keine absoluten Zahlen.


    In S-H stehen übrigens 40 NEF, Ersatzfahrzeuge nicht mitgezählt. Wenn man auf die selbe Quote pro Einwohner wie Bayern mit 200 Fahrzeugen kommen möchte, müssten es 44 NEF sein, also sind die Zahlen da auch nah beieinander. Beide Länder haben übrigens praktische dieselbe Einwohnerdichte.

    Ich verstehe nicht ganz, warum hier teilweise mit dem Anschaffungspreis gegen Vito oder T6 argumentiert wird. Wenn der Bedarf für diese Fahrzeuge begründet ist, dann müssen die Kostenträger in den sauren Apfel beißen, in anderen Bundesländern funktioniert das ja auch.

    Ich sage erstmal vielen Dank für die zusätzlichen Infos!


    Die von Rosenbauer angegebene Leistung der N35 ist sicherlich erstmal ein Wert vom Prüfstand. Daher kann es natürlich sein, dass die Pumpe im eingebauten Zustand durch die Druckverluste der tatsächlich am Fahrzeug ausgeführten Verrohrung und Absperrorgane nicht mehr den Wert vom Prüfstand schafft und so diese niedrigere Angabe zustande kommt.