Florian Flugdienst muss am Boden bleiben

  • Ist der Feuerwehrflugdienst sinnvoll? 24

    1. Ja, sinnvoll für die Früherkennung von Waldbränden und die Navigation der Einsatzkräfte (19) 79%
    2. Nein, absolute Geldverschwendung (4) 17%
    3. Ja, aber nur sinnvoll für die Navigation der Einsatzkräfte (1) 4%
    4. Ja, aber nur sinnvoll für die Früherkennung von Waldbränden (0) 0%

    Pünktlich zum Saisonbeginn und nach den ersten Erfolgen wird der Feuerwehrflugdienst in Niedersachsen ausgebremst.


    http://www.helmerkamp.de/Flugdienst.htm
    http://www.feuerwehrmagazin.de…flugdienst-am-boden-18166
    http://www.feuerwehrmagazin.de…euerwehr-flugdienst-18260


    Ein erfolgreiches und sehr nützliches Konzept wird einfach mit Füßen getreten. Der Flugdienst ist eine alt eingesessene Einrichtung, die jedes Jahr aufs neue schlimmeres verhindert, wo die ach so modernen Waldbrandkameras kläglich versagen. Ich frage mich ernsthaft, warum solch fragwürdige Entscheidungen mitten in der höchsten Gefährdungsstufe gefällt werden :-aua :-aua :-aua

  • naja, ganz so reisserisch würde ich es nicht sagen, geht es hier wohl eher darum, alte Zöpfe erhalten zu wollen.


    Als der Dienst installiert wurde stand man nach den großen Heidebränden unter Schock,
    und Brände die von Spaziergängern entdeckt wurden, konnten nicht so ohne weiteres gemeldet werden.


    Heute hat es schon lange keine verheerenden Waldbrände in Deutschland gegeben, also mit Toten und abgebrannten Häusern,
    und jeder Spaziergänger hat ein Handy in der Tasche, könnte einen Brand melden und sich mittels Handyortung halbwegs präzise lokalisieren lassen.


    Ausserdem wird Technik, wie diese neuen Überwachungskameras, genutzt.


    Darum würde ich sagen dass die Flugzeuge heute entberlich sind.
    Zwar ist jeder entdeckte Brand ein Erfolg, aber dennoch ist es ein Zufallstreffer da die Flugzeuge nicht überall sein können.


    Zudem haben andere Bundesländer keinen Flugdienst - und die Länder sind deswegen auch nicht völlig abgebrannt.

    es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
    genau Einen !

  • ja gut, das ist aber nichts was vom Innenministerium gesponsert wird ?!?


    Im Grunde ist dann ja jeder Segelflieger ein Waldbrandbeobachter, wenn er so dahin schwebt und einen Brand meldet

    es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
    genau Einen !

  • So lange nicht sichergestellt werden kann, dass die ganze Technik (Kameras zur Überwachung) auch
    wirklich immer einwandfrei funktionieren, so sollte es eine zweite Lösung geben. Und da finde ich die
    Kombination mit dem Flugdienst schon ganz ok.


    Man sollte auch nicht vergessen, dass Niedersachsen im gegensatz zu manch anderen Bundesländern
    sehr viel schnell trocknenden Boden hat, der eine mögliche Feuerausbreitung unterstützt.


    Und ich unterstell mal, dass die Kosten für den Flugdienst deutlich günstiger sind als ein möglicher
    Feuerwehreinsatz und eine Wiederaufforstung großer abgebrannter Flächen.

  • Hi,



    Als der Dienst installiert wurde stand man nach den großen Heidebränden unter Schock,
    und Brände die von Spaziergängern entdeckt wurden, konnten nicht so ohne weiteres gemeldet werden.
    Heute hat es schon lange keine verheerenden Waldbrände in Deutschland gegeben, also mit Toten und abgebrannten Häusern,
    und jeder Spaziergänger hat ein Handy in der Tasche, könnte einen Brand melden und sich mittels Handyortung halbwegs präzise lokalisieren lassen.


    Die Zeiten haben sich geändert, stimmt. Es sind mehr Leute unterwegs, fast jeder hat heute ein Mobiltelefon und Kameras sind heute billiger aufzustellen und leicht z.B. via UMTS an eine Zentrale anzubinden.


    Was mich verwundert, ist der wohl plötzliche Stop ohne eine Alternative zu bieten. Wenn Forstverwaltung/IM sagen würden "wir haben 200 neue Kameras aufgestellt, alle Waldwege neu vermessen und alle FW-Fahrzeuge haben entspr. GIS/Navi an Bord" - o.k. - das wären dann solche Alternativen, die Flächenflugzeuge zur Waldbranderkennung/Überwachung vielleicht wirklich überflüssig machen könnten.


    Ich vermute, das es lange auch ohne die Flugzeuge funktionieren wird - bis irgendwann ein FW-Fahrzeug abfackelt oder gar tote FW-Leute gezählt werden müssen. Für das Geld, das dann fällig ist, kann man lange und viel Fliegen.....

  • Und ich unterstell mal, dass die Kosten für den Flugdienst deutlich günstiger sind als ein möglicher
    Feuerwehreinsatz und eine Wiederaufforstung großer abgebrannter Flächen.

    wär' ich mir gar nicht so sicher, man muss bedenken dass die Flugzeuge schon älter sind,
    und wenn, als Beispiel, auf eine Flugstunde 2-3 Wartungsstunden kommen,
    dann isses vielleicht "billiger" wenn alle 5 Jahre mal ein großes Waldstück abbrennt.


    und ja, Niedersachsen ist ein Flächenland mit viel Wald.
    Gibts im Osten auch. Und haben die einen Flugdienst ?


    Warum gibts nicht über den Städten einen Flugdienst ?
    der würde dort doch dringender gebraucht, weil in der Stadt (oder auf dem Lande) auch Menschen in Häusern verbrennen, im Wald eher nicht.


    Als MEHR an Überwachung ist immer sinnvoll oder kann als sinnvoll verkauft werden,
    ein WENIGER ist anfangs immer schwer zu akzeptieren.
    Aber die Zeit wird zeigen dass es auch OHNE geht.

    es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
    genau Einen !

  • Hi,



    und ja, Niedersachsen ist ein Flächenland mit viel Wald.
    Gibts im Osten auch. Und haben die einen Flugdienst ?


    Lässt sich wahrscheinlich ganz nüchtern berechnen: Wieviel Fläche Wald wird bei einem Brand mit/ohne Flugdienst vernichtet? Würde mich nicht wundern, wenn die Rechnung zu Ungunsten des Flugdienstes ausgeht.


    Wenn der Flieger von A über B zu C fliegt, dann erfasst er zeitlich nur einen kleinenTeil der jeweiligen Punkte. Was ist, wenn es an A zu brennen beginnt, während der Flieger gerade bei C zur Landung geht? Bzgl. der Erkennung des (beginnenden) Brandes bei A war der Flug dann nutzlos.....



    Zitat


    Als MEHR an Überwachung ist immer sinnvoll oder kann als sinnvoll verkauft werden,
    ein WENIGER ist anfangs immer schwer zu akzeptieren.
    Aber die Zeit wird zeigen dass es auch OHNE geht.


    Oder auch nicht. Es gibt viele Beispiele im BOS-Bereich, bei denen sich "weniger" unter´m Strich durchaus negativ auf das Gesamtergebnis auswirkt. Weniger Polizeistreifen, weniger RTW, weniger NA - "gut" ist das in keinem Fall, aber eben billiger. Leider geht der Trend dazu, in Sachen Leben und Gesundheit zu sparen, bei "Lifestyle" usw. aber Geld auszugeben. Das jeweils neueste iPhone muss schon sein, notfalls hat man 2 oder 3 Handyverträge laufen, obwohl nur einer davon genutzt wird. Aber 10EUR/Monat mehr Krankenkassenbeitrag, Steuern etc. - niemals!!!! Versuche mal, dem Bürger zu vermitteln, dass er ab sofort 4EUR/Monat mehr (also 1EUR/Woche oder weniger als 20ct/Tag) ausgeben soll, damit der RD, die FW oder dergl. finanziert wird - du wirst Proteste ohne Ende ernten....


  • wär' ich mir gar nicht so sicher, man muss bedenken dass die Flugzeuge schon älter sind,

    Naja, Baujahr 2008 ist für mich noch verhältismäßig neu.
    Siehe: http://www.rfsho.de/img/flugd/FD2008/RF20080914.htm


    Ein Grund mehr warum ich (den Zeitpunkt) der Entscheidung nicht verstehen kann. Warum wertet man ein System mit großen finanziellen Mitteln erst auf, um es dann zwei Jahre später versuchen "ausbluten" zu lassen? Für mich unglaubwürdig, dass man damals nicht schon gewusst haben will, wo die Reise hin geht.


    Übrigens hat das MI die Entscheidung die präventiven Flüge aufzugeben, (vorerst) wieder rückgangig gemacht und man will jetzt eine Evaluation starten!
    Das fällt den aber wirklich früh ein!
    http://www.mi.niedersachsen.de…ticle_id=96110&_psmand=33


    Zu der fachlichen Diskussion inwiefern der Flugdienst in der jetztigen Form noch notwendig ist kann ich nicht wirklich viel sagen. Aber wie "kellern" schon sagt, ist festzuhalten, dass es in anderen ( ebenso waldreichen) Bundesländern scheinbar auch ohne geht.
    Insofern finde ich es auch legitim, eine solche "Institution" einmal kritisch zu hinterfragen!

  • Aber wie "kellern" schon sagt, ist festzuhalten, dass es in anderen ( ebenso waldreichen) Bundesländern scheinbar auch ohne geht.

    Na ja ... zumindest in den "sandigen" Gebieten von Mecklenburg-Vorpommern gab es durch Menschen besetzte
    Waldbrandtürme.


    Ich denke, dass man langfristig sicher sich um einen Ersatz der beiden Flugzeuge kümmern muss, aber es muss
    halt auch sichergestellt werden, dass die dann eingesetzte Technik auch funktioniert. Die besten Videosysteme
    sind sinnlos, wenn da nicht jemand dransitzt und die Videos zeitgleich beobachtet.

  • Hi,



    halt auch sichergestellt werden, dass die dann eingesetzte Technik auch funktioniert. Die besten Videosysteme
    sind sinnlos, wenn da nicht jemand dransitzt und die Videos zeitgleich beobachtet.


    Es gibt Technik dafür.... Da muss niemand sitzen und gucken - jedenfalls nicht immer und zeitgleich auf alle Monitore. Feuer erzeugt Rauch udn Rauch ist das, was man sieht. Sowas "sieht" eine Software auch, die einfach das "normale Waldbild" als Vergleich nimmt. Ist da statt grün etwas/viel grau/weis, gibt es Alarm und dann ein Mensch auswerten, ob es nur Nebelschwaden sind oder ein Brand. Die Frage ist nur, ob eine derartige Technik verwendet wird, oder ob die Kameras nur "dumm" auf Monitore gelegt sind. In Letzterem Fall müsste tatsächlich jemand ständig vor den Monitoren sitzen....



    Technisch lassen sich jedenfalls die Beobachter-Flugzeuge schon lange ersetzen. Hängt nur davon ab, wieviel Geld man für eine geeignete Technik ausgeben möchte, denn billig wird das, was technisch machbar und sinnvoll ist auf jeden Fall nicht.

  • "Oder auch nicht. Es gibt viele Beispiele im BOS-Bereich, bei denen sich "weniger" unter´m Strich durchaus negativ auf das Gesamtergebnis auswirkt. Weniger Polizeistreifen, weniger RTW, weniger NA - "gut" ist das in keinem Fall, aber eben billiger. Leider geht der Trend dazu, in Sachen Leben und Gesundheit zu sparen, bei "Lifestyle" usw. aber Geld auszugeben. Das jeweils neueste iPhone muss schon sein, notfalls hat man 2 oder 3 Handyverträge laufen, obwohl nur einer davon genutzt wird. Aber 10EUR/Monat mehr Krankenkassenbeitrag, Steuern etc. - niemals!!!! Versuche mal, dem Bürger zu vermitteln, dass er ab sofort 4EUR/Monat mehr (also 1EUR/Woche oder weniger als 20ct/Tag) ausgeben soll, damit der RD, die FW oder dergl. finanziert wird - du wirst Proteste ohne Ende ernten...."


    Das liegt eher an einem anderen Grundgedanken der auch nachvollziehbar ist. Und das ist der Missbrauch des Solidargedankens. Wenn ich das neueste iPhone habe gehört das mir und ich nutze es. Wenn ich 10 Euro mehr Krankenkassenbeiträge bezahlen muss (!) finanziere ich da unter Umständen über Jahre Menschen die sonst keinen Cent einbezahlen. Das lässt sich nur schwer vermitteln. Ein Großteil meiner Klientle drückt mir gleichzeitig mit der Versicherten auch die Befreiungskarte in die Hand. Und ich als zahlender Bürger drück wegen jedem Scheiß nochmal Kohle ab. Brauch ich ein Päckchen Tabletten erstmal 10 Euro für die Kasse und dann nochmal Zuzahlung oder gleich das ganze Medikament. Ist doch logisch das sich die Motivation in Grenzen hält immer mehr für das Allgemeinwohl zu bezahlen wenn sich immer mehr Last auf immer weniger Schultern verteilt.


    Aber in Deutschland wird ja selbst noch diskutiert ob Hartz4-Empfänger Lotto spielen dürfen. Warum auch nicht, vom Staat aushalten lassen aber Glücksspiel betreiben, na das ist doch Luxus den ich gerne finanziere...


    Wenn man diesen und andere Auswüchse eindämmen würde könnte man die Bürger vielleicht auch wieder motivieren Sinn in Ausgaben für die Allgemeinheit zu sehen.

    "Wir wissen zwar nicht wo es hingeht, wollen aber als erste dort sein"
    "Lassen sie mich mal vor, das geht hier nach Kompetenz"

  • Es gibt Technik dafür.... Da muss niemand sitzen und gucken - jedenfalls nicht immer und zeitgleich auf alle Monitore. Feuer erzeugt Rauch udn Rauch ist das, was man sieht. Sowas "sieht" eine Software auch, die einfach das "normale Waldbild" als Vergleich nimmt. Ist da statt grün etwas/viel grau/weis, gibt es Alarm und dann ein Mensch auswerten, ob es nur Nebelschwaden sind oder ein Brand. Die Frage ist nur, ob eine derartige Technik verwendet wird, oder ob die Kameras nur "dumm" auf Monitore gelegt sind. In Letzterem Fall müsste tatsächlich jemand ständig vor den Monitoren sitzen....


    du musst die Kameras nur knapp oberhalb der Baumwipfel aufstellen und die muss Alarm schlagen wenn sich darüber was bewegt, was größer als ein Vogel ist.


    Sowas ist schon seit Jahren am heimischen PC mit jeder handelsüblichen Webcam möglich (Stichwort: Überwachungsfunktion/Bewegungsmelder)


    Die Technik ist vorhanden, günstig und muss nicht erst erfunden werden.


    Ich will aber nicht verleugnen dass die gleiche Technik, wenn "Waldbrandwarnsystem" drauf steht,
    sicher viel teurer verkauft wird ;)

    es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
    genau Einen !

  • Es geht nicht darum zu sparen, denn eine Flugbereitschaft z.B. der Polizeistaffel in NRW braucht die Flugstunden, entweder für eine Fläche ( Flugzeug) oder Heli ( Helicopterstaffel). Desweiteren werden Luftbeobachter ( Feuerwehr, Forstbehörde ) geschult, damit dieser bei einem Einsatz auch vernünftig die bodengebundenen Kräfte leiten kann. Es sind also mehrere Faktoren die Sinn machen. Sicher hat jeder ein Handy, aber ist dieser jeder auch gerade Zufällig am Brandherd? Also erst Überlegen nach dem Motto " wer, wie,was und wo" :flieger:

  • Sicher hat jeder ein Handy, aber ist dieser jeder auch gerade Zufällig am Brandherd? Also erst Überlegen nach dem Motto " wer, wie,was und wo"

    was willst du denn ?


    wenn einer Feuer sieht und anruft, dann kann er den Brandherd zumindest sehen, oder ?


    Und "Jeder" ist sicher nicht im Wald, die Feuerflugzeuge können aber auch nicht überall gleichzeitig sein,
    die können gerade nach Osten fliegen während es im Westen anfängt zu brennen, oder nicht ?!?


    Im Wald sind auch so einige Leute unterwegs die sich auskennen, ich denke da an Forstmitarbeiter oder Jäger.
    Dazu kommen Wanderer, Jogger, Walker, Verliebte, Verwirrte und Verirrte.


    Oben sind "Hobbypiloten" unterwegs, die einen Brand - zumindest erstmal melden - können.


    Sinniger wäre es im Sommer die Bahnstrecken zu überwachen - da entstehen viele Böschungsbrände

    es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
    genau Einen !

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